Die Macht der Bilder
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| Hier das Original des am 09.10.18 auf dem Hal Bental (Golan-Höhen) gemachten Fotos |
Das seit heute in den Blog aufgenommene Titelbild zeigt die Macht der Bilder.
Welcher Eindruck mag beim Betrachter dieses Bildes entstehen?
Sicherlich der gewollte: Der Golan ist nach wie vor ein kriegerisches Gebiet, ein Krisenherd und dementsprechend streng bewacht. Eine ungewöhnliche - vielleicht gefährliche - Situation, in die man sich dort begibt. Also, was zum Teufel macht man als Tourist dort?
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| Das farblich und inhaltlich bearbeitete Bild |
Verschärft durch die farbliche Dramatik und leichte Retuschen (oben rechts ist ein Kopf verschwunden) und - sofern man hier mit Untertiteln arbeitet - der Hinweis auf die Golan-Höhen und das im Hintergrund liegende Syrien, erzeugt der vermutlich schweifend - vielleicht bewachende - Blick der bewaffneten Soldaten in Richtung Syrien vom ohnehin umstrittenen Golan aus eine ganz eigene Dramatik.
Eine Dramatik, deren Zielrichtung so gar nichts mit der Realität der Golan-Höhen im Moment, aber vor allem mit der Aktualität des Momentes und des Grundes, warum diese Soldaten dort oben waren zu tun hat.
Tatsächlich handelte es sich bei den Soldaten um Rekruten, die sich im Rahmen ihrer Grundausbildung einen politischen Vortrag über den Golan und - so schließe ich das zumindest aus den verstandenen Worten des vortragenden Vorgesetzten - über den Jom-Kippur-Krieg von 1973 anhören mussten. Also eine Geschichtsstunde, der mehr oder weniger aufmerksam gefolgt wurde.
Das die Soldaten alle bewaffnet auf dem Mount Bental waren, gehört zu den Besonderheiten der Ausbildung israelischer Soldaten.
Betrachtet man die Szenerie um die Soldaten herum, wird der ganz andere Charakter sehr viel deutlicher. Alles war übervoll mit Touristen, die im übrigen mit Begeisterung die jungen Männer abfotografierten (vermutlich mit demselben inhaltlichen Hintergrund im Kopf, wie hier beschrieben).
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| Ziemlich voll am Aussichtspunkt |
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| Die Touristen im Hintergrund sind begeistert |
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| Und nebenan: ein stark besuchten Ausflugslokal |
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| Der Parkplatz: überfüllt mit Bussen und Privatfahrzeugen |
Sicherlich sind die Golan-Höhen nach wie vor nicht unkritisch zu betrachten. Immer wieder passiert etwas (wie zuletzt 2016 in Neu-Quinetra). Und nicht ohne Grund, finden sich auf dem Golan selber einige sichtbare Militärlager und bestimmt sehr viele unsichtbare Militärposten in den Hügeln wieder.
Unterstützt wird dieser Eindruck natürlich noch von den bewusst auf diesen Aussichtspunkt noch erhaltenen Relikten des oben beschriebenen Krieges. Wie oben erkennbar, die Grabenanlagen oder die nicht sichtbaren Bunkerbereiche.
Oder auch die sehr geschickt platzierte Kriegssymbolik, die aber eher für den Betrachter vor Ort gedacht ist. Enthalten in einem Bild, würde letzteres eher vom gewollten Eindruck ablenken.
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| Kriegssymbolik |
Aber die dem Bild eigene und so bewusst erzeugte Dramatik, hatte dieser Moment bestimmt nicht.
Jedenfalls nicht an diesem Tag.
Aber cool ist es schon.









Sau spannend. Gut dargestellt. Aktueller den je.
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