Mittwoch - 10.10.18
An unserem letzten Tag entdeckten wir einen ganz anderen
Teil von Israel.
Orna hatte uns von dem Nationalpark Bet-Guvrim-Maresha
erzählt. Vor 13 Jahren hatten sie dort mal mit der Familie den Geburtstag ihres
Vaters gefeiert und sich wirklich einen wunderbaren Ort ausgesucht.
Sie meinte, es würde sich lohnen - und da hatte sie absolut
Recht! Es war wirklich hochinteressant und faszinierend - trotz der 32 Grad Temperatur.
2014 wurde der Park übrigens in die Liste des
Weltkulturerbes aufgenommen. Völlig zurecht finden wir.
Obwohl wir zuerst (auch aus technischen Gründen) auf mein Navi verzichteten, bogen wir
instinktiv richtig ab und erreichten nach ca. einer Stunde unser Ziel.
Der Nationalpark liegt eingebettet inmitten einer teilweise
bewaldeten, teilweise karstigen Landschaft. Man kann einen Rundweg fahren und
so alles kennen lernen. Und das sollte man auch unbedingt tun.
Bekannt ist der Park für seine verschiedenen Höhlen, die
teilweise byzantinisch, teilweise römisch und griechisch waren und vielfältig genutzt wurden.
So gibt es beispielsweise die Columbarium-Höhle, in der
Tauben "gezüchtet" wurden (wegen ihres Fleisches und wegen der Nutzung ihrer Ausscheidungen als Dünger und zur Fermentierung von allem möglichen). Ziemlich faszinierend mit über 2000 kleinen Nischen, in denen die Vögel lebten - und manche (sicherlich nicht dieselben) es heute noch tun. Man dachte
ursprünglich, es seien Begräbnisnischen, kam jedoch von dieser Vorstellung ab.
Auch die Reste einer Ölmühle und anderen landwirtschaftlich
genutzten Gerätschaften gibt es zum besichtigen.
Michael guckte sich noch die "Badewannen-Höhle" (und die daneben liegende "Oliven-Presse" - auch unterirdisch) an, in der zwei eingelassene (sehr kleine) Wannen zu besichtigen waren. Außerdem in der "Villa" einen kleinen Teil eines gewaltigen Zisternensystem. Zur damaligen Zeit, hatte jedes Haus eine solche Zisterne und alle waren miteinander verbunden. Interessante Möglichkeiten, die sich da ergaben..
Diese Höhle
nennt sich zu Recht "Das Labyrinth". Mir war sie ein wenig zu unheimlich.
Von den anderen Höhlen guckten wir uns noch die
"Glockenhöhlen" an, die genau genommen, gar keine Höhlen sind. Man
baute durch eine Öffnung im Berg Gestein ab und das schuf eine Glockenform.
Diese Höhlen haben übrigens eine fantastische Akustik.
Michael besuchte außerdem noch die "Sidonische
Höhle", die als Grabkammer diente.
Abgesehen von einem deutschen und einem koreanischen (?)
Reisebus, die uns dicht auf den Fersen blieben, war der Park angenehm
leer.
Was es mit den Oliven auf sich hat, und warum schwarze und
grüne Oliven an einem Baum hängen, wissen wir nun auch! Und dass man Oliven vor
dem Verzehr erst in Salzlauge einlegen sollte, sonst schmecken sie nämlich
gallebitter!
Auf unserer Fahrt klingte am Spätnachmittag Michaels Handy.
Es waren Josef und Alia Wassermann, die uns eine gute Rückreise wünschten. Über
den Anruf haben wir uns sehr gefreut.
Ach ja: und Gaza sind wir heute sogar nochmal - in Netivot - etwas näher gekommen.

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